Laut Duden macht es keinen Unterschied – beides ist richtig, aber ...

... woher kommt der Begriff und was bedeutet er?

... wie unterschiedlich interpretieren wir ihn?

... was können wir für oder aus unserem Potential machen?

Potential-Herkunft & -Bedeutung:

Laut Duden ist das Wort abgeleitet vom lateinischen „potentia“, das so viel bedeutet wie „Macht“, „Kraft“, „Leistung“, „Gewalt“, „Einfluss“, „Fähigkeit“ oder „Vermögen“. Um der Herkunft des Wortes gerecht zu werden, habe ich mich entschieden, im Folgenden die T-Variante zu verwenden.

Die Bedeutung wird als die Gesamtheit aller vorhandenen, verfügbaren Mittel, Möglichkeiten, Fähigkeiten und Energien“beschrieben.

Synonyme, wie „Leistungsfähigkeit, - stärke, -kraft, -vermögen“, „Potenz“, „Arbeitskraft“, „Leistung“, „Kraft“, „Energie“ und „Vorrat“ helfen den Begriff zu definieren. Man kann ihn aber auch mit den Begriffen „Talent“, „Chance“, „Perspektive“, „Stärke“ oder „Ressource“ in Verbindung bringen.

Es gilt Potential „Innovationspotentiale zu erkennen“, „Verbesserungspotential zu sehen“, „Wachstumspotential zu besitzen“, „Wertschöpfungspotential auszuschöpfen“, „Einsparungspotential zu nutzen“, „Humanpotential zu entfesseln“, „Vernichtungspotential zu vernichten“, „kein Entwicklungspotential zu verschwenden“, „Kostenreduktionspotential einzusparen“, „Leistungspotential zu verbessern“, „Aktionspotential zu optimieren“, „Zukunftspotential zu entwickeln“ oder „sein persönliches Potential zur Entfaltung zu bringen“.

Mein Potential-Denken:

Mit dieser Aufzählung von Potential-Arten erhebe ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit, denn ich erachte Potential als eine unendliche Dimension, die nicht nur „genutzt“, sondern auch permanent weiterentwickelt werden kann. Ich gehe sogar noch weiter – Es muss der Anspruch der menschlichen Spezies – der einzigen, die die Fähigkeit hat über ihr eigenes Denken reflektieren zu können – sein, ihr eigenes Potential bestmöglich zu nutzen. Eigentlich sollten wir sogar nach einer Erweiterung trachten, dem nach den Erkenntnissen über die Neuroplastizität auch nichts im Wege stehen sollte. Befriedigen wir diesen Anspruch als führende Spezies auch, oder lassen wir unsere Möglichkeiten ungenutzt und verkümmern unsere herausragenden Ressourcen zusehends? Gerne würde ich lesen, wie Sie darüber DENKEN.

Potentielle Interpretationen:

Es ist also keine Frage der Rechtschreibung von PotenTial oder PotenZial, sondern eine Frage der Interpretation und der Bedeutung, die man diesem Begriff beimisst und damit unser Denken darüber.

Man kann negativ fokussiert, defizitär orientiert und restriktivbegrenzend interpretieren. Gerne ist man in der heutigen Zeit versucht, den Begriff Potential mit möglichen Einsparungen und damit mitReduktion, Limitation und Restriktion zu belegen. Meiner Ansicht nach birgt dieser Betrachtungswinkel allerdings das Risiko in sich, zu stagnieren oder gar den Beginn einer Abwärtsspirale einzuleiten.

Oder wir können chancenorientiert, ressourcenbezogen und zukunftsweisend über unsere Möglichkeiten nachdenken. Wo bleibt das Suchen und Erkennen von Stärken und Fähigkeiten, der optimistische Blick nach vorne, die Richtung Zukunft orientierte Perspektive, um noch Unerschlossenes zu entdecken und Talente zur Entfaltung zu bringen?

Der US-amerikanische Sportpädagoge, Bestsellerautor, Business Consultant und Entwickler des „Inner Game“-Ansatzes, Timothy Gallwey, liefert für mich mit seiner Formel „Leistung = Potential – Störungen“ein hilfreiches Denkmodell zur Optimierung. Wie kann durch die Fokussierung auf das vorhandene Potential und die Reduktion bzw. Elimination der Störungen die Idealformel „Leistung = Potential“ erreicht werden bzw. diesem Zustand zumindest möglichst nah gekommen werden?

Möglichkeiten zur Potenz:

Bei der Diskussion der unzähligen Möglichkeiten zur Potential-Entfaltung fokussiere ich mich in erster Linie auf jene Optionen, die in unserem unmittelbaren persönlichen Einflussbereich liegen – ganz nach dem Motto: „Führe dich zuerst selbst, dann die anderen!“. Abgesehen davon vergessen wir zu gerne, was in uns steckt und unterschätzen und vernachlässigen unsere eigene Potenz.

Welche „Potenz-Störungen“ verhindern nun die Nutzung unseres vollen Leistungspotentials? Da gibt es die bereits viel zitierten Ablenkungen unserer modernen Welt: die Nachricht über die eingehende Email; der Pieps, der über einen neuen Post informiert; der Anruf eines Freundes, der nur eine kurze Auskunft benötigt; der fremdgesteuerte Terminkalender; die ständig wechselnden Wünsche des Chefs; die antreibende ToDo-Liste, deren Nicht-Erfüllung für eine demotivierendes Tagesende sorgt;

Oder die Zerstreuung durch unser Denken: der pulsbeschleunigende Ärger über den Kollegen, der meine Arbeit kritisiert; der gestresste Gedanke an das noch zu Erledigende; die schöne Erinnerung an das bereits Geschehene; die vergessenen Idee, die nicht mehr zurück in die Zunge will; die ablenkende Sehnsucht nach den Urlaubsbildern;

Würden Sie bei dieser Aufzählung auch an die Einschränkungen Ihrer Leistungsfähigkeit durch Ihre eingeschränkte Gesundheit und Fitnessdenken? Obwohl unsere Gesundheit unsere wertvollste Ressourcedarstellt, steht sie aber sehr selten an erster Stelle unserer Prioritätenliste.

Wie viel Ihres unendlichen Leistungspotentials liegt brach - weil ihre Konstitution nicht optimal ist? – weil Sie sich keine entspannenden Pausen mehr gönnen? – weil Sie keinen erholsamen Schlaf mehr finden? – weil Ihre Kondition und Ausdauer durch den Bewegungsmangel stark eingeschränkt ist; - weil Ihre Muskulatur durch das lange Sitzen extrem verkürzt ist? – weil Sie Nahrungsmittel zu sich nehmen, die Ihrem Körper nicht gut tun? – weil Sie bereits an Schmerzen leiden, die Sie immer wieder beschäftigen? – weil Sie der Stress in die Kurzatmigkeit treibt? – weil Sie die Signale Ihres Körpers versuchen zu ignorieren, anstelle ihn als enorme Potentialressource zu sehen und entsprechend zu würdigen und als Kraft- und Energiequelle zu behandeln und zu pflegen?

Das Erkennen dieses Gesundheits-Potentials erfordert das Miteinbeziehen des Körpers in den Selbstreflexionsprozess und die frühzeitige Interpretation seiner Signale. Eine sehr hilfreiche Methode, um diesen Prozess zu unterstützen, ist die Herzraten-Variabilitäts-Messung (HRV), bei der während eines repräsentativen Tages, also im „Echtbetrieb“, Ihre unbestechlichen Körpersignale aufgezeichnet und danach visuell aufbereitet werden. Auf Basis dieser Analyse können Sie dann, unterstützt durch einen entsprechend ausgebildeten Coach, die Ergebnisse interpretieren und die entsprechenden sehr individuellen Ziele und Maßnahmen zur Entfaltung Ihres ganz persönlichen Potentials festlegen. Auf Wunsch hilft Ihnen Ihr Coach auch bei den ersten Veränderungsschritten in Richtung mehr Gesundheit und Leistungsfähigkeit.

Wenn Sie selbst wieder top in Form sind, wird es für Sie auch ein Leichtes sein, alle „außenliegende“ Potentiale zu erkennen und entsprechend kreative Lösungsansätze zur Nutzung dieser Chancen zu entwickeln. Achten Sie auf Ihr Gesundheits-Potential, denn wie schon Arthur Schopenhauer wusste: „Gesundheit ist gewiss nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts.“