Hallo,
schaut nach einem zunehmend anstrengenden Leben aus, bei dem der Vagus weg gebrochen ist (3% in der HF, 1% pNN) und die Belastbarkeit bereits sehr deutlich reduziert ist. So etwas geht nicht von heute auf morgen, sondern ist Ergebnis jahrelangen Raubbaus. Was den Vagus betrifft könnte man auch sagen: Use it, or lose it! Eine relative Stärke hat er noch in der VLF (die ULF entzieht sich der Beurteilung), d. h. die körperliche Belastbarkeit ist noch das, was man in Tirol als „Hebstecken“ bezeichnet, eine Krücke, mit der er sich noch irgendwie durch den Tag schwindelt und Belastungen irgendwie noch kompensiert. Auch die LF ist noch nicht ganz weg. Der Sympathikus ist also durch Dauerbelastung noch nicht ganz „verschlissen“.
Das Niveau der Herzrate ist generell ziemlich hoch, 112.000 Herzschläge ohne Sport sind nicht wenig. D. h. die Ökonomie (der Vagus) ist. wie gesagt, fast verloren gegangen. (Wäre er ein Auto, bräuchte er auf 100 km 12 l Super, statt 5 l Diesel. Noch dazu hat er deutlich an PS eingebüßt, weil er lange Zeit glaubte, sich das Service sparen – also durchpowern – zu können. Und wäre der Kunde ein Baum, dann wäre er die letzten Jahre sehr einseitig gewachsen, was ihn aus der Balance gebracht hat.) 44% der Messung sind im Pulsbereich „Gehen/Manuelle Arbeit“, obwohl nur 8% davon tatsächlich verbracht wurden. Und nicht einmal 1% im Bereich „Schlafen“, obwohl 36% tatsächlich.
Positiv ist, dass sich die TP Tag/Nacht noch nicht umgekehrt hat (nachts mehr TP als tagsüber) und die Herzrate noch auf sich ändernde Aktivitäten reagiert. Das Vegetativum zeigt aber bereits deutliche Hinweise auf Erschöpfung. Vor allem am Beginn der Entspannung (19.40) und zu Beginn des Schlafes. Das sind keine besonders ermutigenden Signale, da gibt es nichts zu beschönigen, da ist Handlungsbedarf mit 43 Jahren.
Diese Person hat also schon einiges geleistet, was aber in seiner Vitalität auch Spuren hinterlassen hat… Der Schlüssel für Veränderung im Sinne einer Verbesserung liegt in einer Vagusstärkung. Dann geht auch langsam die Herzrate wieder runter.
Um Veränderungen zu verwirklichen, braucht er dringend konkrete Ziele, aber auch mit einem „Rezept zur Vagusstärkung“ kann er etwas anfangen: „Machen Sie 3x/Tag … und 3x/Woche… das wird ihnen schnell zu mehr Vitalität verhelfen und ihre Work-Life-Balance ins Lot bringen.“
Die Messung entspricht in etwa der Messung „reduzierte Belastbarkeit“ im Beispielordner (beispiel@beispiel.com, Lebensfeuer), ist aber schon etwas weiter in Richtung Burnout fortgeschritten. Auch die Messung hier im Forum „Kein sehr loderndes Lebensfeuer“ von Michael Spulak sieht ähnlich aus. Da gibt’s auch noch Infos.
Solche Messungen treten in der Praxis zuhauf auf, weil der Alltag in der ersten Lebenshälfte trotz hohen Be- bzw. Überlastungen lange Zeit gut „flutscht“ und man den Raubbau mit seinen Folgen einfach nicht merkt. Da gibt es auch so etwas wie eine „Folgenblindheit“ wie beim Rauchen. Auch so eine Art Anpassung… Aber als Resümee: Man kann die 2. Lebenshälfte nicht gleich leben, wie die erste.
LG, Erich