Zu viele Artefakte?

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    Liebe Community,

    ich habe eine Dame gemessen, die ein Schädel-Hirn-Trauma hat und sich seit Kurzem in einer Art Wachkoma befindet.

    Die Messung zeigt zwar nur eine Fehlerquote von 10%, allerdings beunruhigen mich etwaige falsch positive Ergebnisse, ob ich die Messung so überhaupt verwenden kann!?

    Werte wie zb. die teils sehr hohen pnn50-Werte (z.B. 41% gegen 14:00), der breite Hof im ersten Teil der Messung, und der eklatante Unterschied vom Vor- zum Folgetag - sprich ein sehr heterogenes Bild und Detektionen über 0,40 Hz sind ja Anzeichen für Artefakte ...

    Vielen Dank und viele Grüße aus Gars am Kamp

    Marco
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  • #2
    Hallo Marco.

    das ist ja eine wirklich spannende Messung. Danke, dass du sie mit uns teilst!
    Der breite Hof kann auch ein Zeichen für Rhythmusstörungen sein. Bei Artefakten gäbe es vermutlich mehr Spitzen und Zacken. Rhythmusstörungen können auch bei Patienten im Wachkoma natürlich vorkommen, ob die aber pathologisch sind oder als Anpassung auf die derzeitige Person passieren, sollte am besten mit einem Arzt abgeklärt werden.
    Spannend ist aber, dass es in der Messung sehr wohl Phasen von viel Variabilität gibt, also z.B. ab ca. 18.30, oder 23 Uhr oder 4 Uhr.
    Was ist denn davor passiert? Aus den vielen Fragezeichen in der Aktivitätenleiste lässt sich leider nicht viel herauslesen. Wurden Medikamente verarbreicht? Hatte sie Besuch? Oder was ist ab 17 Uhr passiert, dass der Puls sinkt und der Hof um die Pulskurve schmäler wird? Weißt du da genaueres?

    Alfred meinte, dass die Phasen von mehr Variabilität auf jeden Fall positiv zu werten sind. Im Tachogramm siehst du, ob und wieviele Rhythmusstörungen da auch auftreten und natürlich einen Einfluss haben. Aber hier haben irgendwelche Reize positiv auf sie gewirkt.

    Liebe Grüße,
    Patricia

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    • #3
      Hallo Patricia,

      vielen Dank für deine positive Antwort.

      Anbei ein paar wichtige Ereignisse während der Messung. Das Scatterplot habe ich auch angefügt.

      12:14 Ganzkörperpflege, Bett überzogen, Lagerung, Nahrung u. Wasser angehängt, Mundpflege, Musik: Helene Fischer
      13:20 Tupferwechsel, Tracheotomiewechsel, Gesichtspflege
      14:55 passives Durchbewegen
      15:15 frisches Hemd angezogen, Bettwäsche gewechselt, gelagert, Mundpflege
      16:45 Besuch von Mann und Sohn
      17:26 -18:45 Besuch von Mutter
      18:30 gelagert und Mundpflege
      22:45 wurde der Tupfer gewechselt inkl. Lagerung
      04:00 gab es Sondennahrung, Medikamente und wieder die Lagerung.
      07:15 Tupfer- und Tracheotomiewechsel
      07:45 Körperpflege, Mundpflege, Lagerung
      09:30 wieder Tupferwechsel mit Lagerung
      09:40 wurde Ihre Lieblingssängerin - Helene Fischer - gespielt
      09:45 ist Ihr Gatte auf Besuch gekommen.

      Auch in so einem - vielleicht ungewöhnlichen - Fall, ist es fasziniert die HRV zu sehen und vor allem für die Angehörigen und das Pflegepersonal eine fantastische Sache.

      Sonnige Grüße aus Gars am Kamp

      Marco
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      • #4
        Hallo Marco,

        eine sehr spannende Messung! Für einen Menschen, der für uns Außenstehende so völlig "intrinsisch und introvertiert" lebt, ist es unschätzbar wertvoll, wenn durch die HRV-Messung sichtbar wird, dass er etwas erlebt. Aber: sollte mir mal sowas passieren, dann habe ich notariell festgelegt, mir bitte ja keine Musik von ...

        Liebe Grüße aus Innsbruck,
        Erich

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        • #5
          Hallo Marco!

          Vielen Dank, dass Du diese Messung hier geteilt hast. Das ist hochinteressant und gibt den Angehörigen sicher Hoffnung und Bestätigung für ihre Handlungen, Berührungen, Besuche.... und welche Auswirkung Musik (welcher Art auch immer ) auf den Körper hat.

          Liebe Grüße
          Karin

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          • #6
            Hallo Marco Zu dem hohen pnn50 Wert denk ich das die Schwingungen der Musik und die Gesichtspflege mit verantwortlich sind, ich hab beides schon unabhängig in Messungen gehabt. Aber Hauptsächlich deutet es meiner Meinung nach auf eine Regenerationsphase vom Körper hin, wenn der pnn50 sich so erhöht der die Stärke des Vagus bezeichnet gibt es eine so zu sagen Trotzreaktion vom Vagus und er will mit allem was er hat, dagegen arbeiten. Das in diesem Fall sehr positiv zu sehen ist und Hoffnung gibt. Alles gute und viel Energie an alle wo hier betroffen sind. Seppi

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