Erste Messung

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    Das sieht doch schon mal ganz gut aus! Hatte die Befürchtung, dass sich die berufliche Belastung stärker negativ auswirkt.
    Ich bin sehr gespannt, wie sich die Änderung von Alltagsgewohnheiten auf das Messergebnis auswirkt. Es wird vorgeschlagen, mehr Pausen zu machen, was mir eher schwer fällt. Wenn man so im Schaffensdrang ist, habe ich das Gefühl, dass einen Pausen eher behindern, aber wahrscheinlich ist genaudas Gegenteil der Fall
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  • #2
    Wie sieht es eigentlich mit der Vergleichbarkeit solcher Messungen aus? Es wird ja davon ausgegangen, dass bestimmte Werte dies und jenes anzeigen. Aber kann man das überhaupt so generalisieren? Vielleicht ist für den einen Menschen z.B. ein pnn50 Wert von 10% der "Normalzustand", für andere ist es ein Zeichen sehr guter Erholung. Man geht ja bei den Auswertungen immer von einem Durchschnittswert für ein bestimmtes Alter aus, aber ist das überhaupt so aussagekräftig?
    Was ich mir schon eher vorstellen kann ist, dass diese Messwerte sehr gut geeignet sind, Aussagen über Veränderungen an einem selber zu erkennen. Was passiert, wenn ich regelmäßig Sport mache, was passiert, wenn ich zu viel Sport mache usw. Da bin ich schon sehr gespannt.
    Was mich ein wenig irritiert hat ist inwiefern man aufgrund der Auswertungen Rückschlüsse im psychischen Bereich ziehen kann. Hier im Forum gab es ein Beispiel eines Spitzensportlers, der suizidgefährdet ist. Seine Werte sind aber weit über dem Durchschnitt. Wenn man nur die Werte sehen würde, würde man einen vitalen, gesunden und ausgeglichenen Menschen hinter der Auswertung vermuten. Bei anderen macht sich die psychische Belastung deutlich im Lebensfeuer bemerkbar (Stichwort ausgebrannte Krankenschwester, überarbeiteter Chef usw.). Gibt es hier einfach individuelle Unterschiede bzw. Veranlagungen? Oder wirkt sich das bei einem Sportler mit trainiertem Körper erstmal sehr lange nicht aus (das seelische Leid wird durch die extrem gute körperliche Verfassung lange kompensiert). Sorry für die vielen vielleicht naiven Fragen, aber es ist spannend!

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    • #3
      Hallo Argonaut,

      ja, das sind interessante und spannende Fragen, die ganz und gar nicht naiv sind, weil sie die Grenzen der HRV beleuchten. Auch die HRV-Messung und die Analyse der HRV ist keine eierlegende Wollmilchsau, die alles kann und alle anderen diagnostischen Verfahren überflüssig macht. Das hat in den 10 Jahren meiner Beschäftigung damit auch noch nie irgendjemand behauptet. Eine diagnostische Methode, die den gesamten Menschen in seiner bio-psycho-neuro-immunologischen Vielfalt lückenlos abbildet, gibt es nicht und wird es wahrscheinlich nicht (so schnell) geben. Eine total umfangreiche Diagnose wird immer auch eine Art Puzzle mit unterschiedlich großen Puzzlesteinen sein. Oft ist die HRV aber ein ziemlich großer Puzzlestein. Aber wer wissen will, ob er Fieber hat, braucht sich nicht auf die Waage stellen oder seine Körpergröße messen...

      Wir sehen in den Messungen immer wieder das Phänomen, dass objektiver HRV-Befund und subjektive Befindlichkeit mehr oder weniger weit auseinanderklaffen. Was wir aber auch seit über 10 Jahren sehen ist, dass der Großteil der Menschen, ich sag mal so aus dem Bauch heraus 80%, die eine HRV-Messung durchführen, sich in den Ergebnissen absolut wiederfindet. Auch da ist es wie bei der Gauß’schen Normalverteilung: Es wird Ausreißer in die eine und andere Richtung geben. Das ist normal.

      Ich bin mir relativ sicher, dass man beim Torhüter Robert Enke, der vor ein paar Jahren aufgrund von Depressionen Suizid begangen hat, in der HRV wenig Anzeichen gefunden hätte. Ich glaube, Du liegst richtig mit der Annahme, dass gerade bei Hochleistungssportlern die gute körperliche Verfassung das seelische Leid „geschickt“ verschleiern kann. Trotzdem ist die vegetative Funktionsanalyse via HRV ein ausgezeichnetes Instrument, um unser „Betriebssystem“ kompetent unter die Lupe zu nehmen.

      Die Befragung der Klienten im Coaching ist auch ein Teil der Ausbildung. Ich befrage meine Klienten immer vor der Besprechung der Messung, weil sie noch unvoreingenommen Antwort geben können. So lässt sich auch gleich herausfinden, ob Messung und „Gefühl“ einigermaßen deckungsgleich sind oder nicht, um später näher zu beleuchten, wo denn die Differenz herkommen könnte.

      In „Der Spiegel“ Nr. 44/2017 wird im Artikel „Chill mal, Mama“ die immense Bedeutung der vorgeburtlichen Entwicklung in immunologischer und neurobiologischer Hinsicht thematisiert. Schon der Umgang der werdenden Mutter mit Stress und Druck ist unglaublich bedeutsam dafür, wie das selbst Kind später einmal mit Stress umgehen wird. Wir sind also nicht für alles verantwortlich.
      Die Frage ist auch, ob der „psychische Zustand“ einer Person überhaupt objektivierbar oder direkt objektiv messbar ist. Oder man dafür die indirekte Messung über Hormone oder Neurotransmitter braucht. Ein Neurostressprofil z. B. wäre dafür eine gute Möglichkeit. Und im Zweifel heißt es sowieso entsprechende Fachleute zurate zu ziehen.

      Liebe Grüße, Erich

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      • #4
        Hallo Erich,

        danke für die ausführliche Antwort. Ja, eine eilerlegende Wollmichsau, das wäre was ;-) Ich glaube nach den ersten 5 Tagesmessungen, dass die HRV Messung für mich vor allem bei sportlichen Aktivitäten und auch zur Stressbewältigung sehr gut geeignet ist. Ich habe aber auch vor, bestimmte Sachen zu testen, z.B. die Einnahme von Nahrungsergänzungen, wie Rhodiola rosea (die nachweislich wirken sollen ;-). Bei mir ist ganz klar die Erholung ein Problem. Wenn ich arbeite, dann meist sehr engagiert und da sind Pausen erstmal gefühlt eine Bremse. Und da bin ich schon sehr gespannt, wie und ob sich bestimmte Veränderungen auf das HRV Ergebnis auswirken.
        Es ist sicher auch viel Erfahrungssache, die HRV Werte zu lesen und für sich daraus etwas heraus zu ziehen. Etwas schade ist, dass das Forum recht wenig besucht ist, aber vielleicht ändert sich das noch. Da kann man nämlich auch einiges lernen!

        Gruß
        Christian

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