AndreasF

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    Hat jemand von Euch Erfahrungen, wie sich Ozempic auf die HRV auswirkt? Es dürfte dabei zunächst einmal zu einem kleinen Anstieg der Herzfrequenz kommen, was sich dann wohl in einer geringeren HRV äußern könnte?

    Wichtiger finde ich einen anderen Punkt: Würde sich ein schneller Gewichtsverlust (egal ob mit oder ohne GLP1) auf die VLF auswirken? Bei schnellem Gewichtsverlust, leidet ja oft auch die Muskelmasse. Ich bin gerade dabei eine Messung zu interpretieren, bei der der VLF Wert für mich überraschend niedrig ist. Die Testperson hat recht viel Gewicht verloren, bzw. spritzt immer noch Ozempic. Gibt es da Erfahrungen dazu?

  • #2
    Hallo Andreas,

    bitte entschuldige die späte Antwort.

    Folgendes können wir dazu theoretisch beitragen, praktisch und mit HRV Messungen selbst haben wir keine Erfahrungen:

    Sowohl die Substanz selbst (Ozempic) als auch die physiologische Begleiterscheinung des schnellen Gewichtsverlusts greifen massiv in das autonome Nervensystem (ANS) ein.

    1. Ozempic und die Herzfrequenz (HF)

    Es gibt Studien, dass Semaglutid (der Wirkstoff von Ozempic) die Ruheherzfrequenz im Durchschnitt um 6 bis 10 Schläge pro Minute erhöht.
    • Der Mechanismus: GLP-1-Rezeptoren befinden sich direkt am Sinusknoten des Herzens. Die Aktivierung führt zu einer leichten Sympathikus-Dominanz oder einem Rückzug des Parasympathikus (Vagus-Tonus).
    • Auswirkung auf die HRV: Da die Herzfrequenz und die HRV (insbesondere Parameter wie RMSSD oder SDNN) meist invers korrelieren, sinkt die HRV zwangsläufig, wenn die HF steigt. Das System wirkt unter Ozempic "starrer" und weniger adaptiv.

    2. Warum ist die VLF so niedrig?

    Die VLF (0,0033 – 0,04 Hz) ist ein faszinierender, aber oft unterschätzter Wert. Während HF und LF stark vom Vagus und Sympathikus geprägt sind, spiegelt die VLF eher metabolische Prozesse, Thermoregulation und das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS) wider. Ein niedriger VLF-Wert bei Ihrer Testperson lässt sich durch drei Faktoren erklären:
    A. Kaloriendefizit und "Metabolic Slowdown"
    Ein schneller Gewichtsverlust versetzt den Körper in einen energetischen Sparmodus. Die VLF korreliert stark mit dem Energieumsatz und der hormonellen Steuerung des Stoffwechsels. Ein niedriger Wert zeigt oft an, dass das "innere Feuer" (der metabolische Drive) heruntergefahren wurde, um Energie zu sparen.
    B. Verlust an Muskelmasse (Sarkopenie)
    Muskelgewebe ist metabolisch aktiv. Wenn bei einer Ozempic-Therapie nicht penibel auf Proteinzufuhr und Krafttraining geachtet wird, verliert der Körper signifikant an Muskelmasse.
    Die Hypothese: Da die VLF auch die neuroendokrine Steuerung des Stoffwechsels widerspiegelt, führt ein Verlust an aktiver Körpermasse oft zu einer Verringerung der rhythmischen hormonellen Schwankungen, was die VLF-Power sinken lässt.
    C. Ozempic und die "Dämpfung"
    Semaglutid wirkt zentral im Hypothalamus. Es verändert nicht nur den Hunger, sondern dämpft oft die gesamte belohnungsorientierte und energetische Dynamik des Nutzers. In der HRV-Spektralanalyse sieht man dann häufig ein "flaches" Bild über alle Frequenzbereiche, besonders aber in der VLF, da die hormonelle Oszillation (Insulin/Glukagon/Leptin) durch das Medikament künstlich stabilisiert (fast schon "festgehalten") wird.

    Liebe Grüße vom Autonom Health Team

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