erschöpfter Manager - Artefakte?

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    Der Patient fühlt sich entsprechend schnell überlastet und müde. Könnt Ihr mir ggf Anmerkungen zu diesem Patienen geben? Woher stammen die beiden Ausreisser wohl? Artefakte?
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  • #2
    Hallo,

    Ich melde mich mal als Laie auf Deine Frage da ich selbst Anwender bin und die Messung sehr interessant finde.
    Da ich zurzeit ja noch den Aktivtiätsrekord halte (Danke Erich für die Auszeichnung) sind mir diese auch gleich als Erstes aufgefallen.


    1. Der Sportanteil ist sehr hoch, zumindest 4 Einheiten in 24h, in Summe ungefähr 3h. Die HR steigt bei jeder Sportlichen Betätigung befindet sich aber generell auf einem sehr hohen Niveau über den ganzen Tag. Ich gehe also davon aus das der Patient zurzeit in keiner Sportlichen guten Form ist. Ohne den Patienten zu kennen frage ich mich was sein Nutzen dahinter ist (Ich muss jetzt Stressabbauen, ich muss jetzt unbedingt etwas für meine Gesundheit tun oder die Sporteinheiten waren rein für die Messung)
    Interessant finde ich auch das bei der Ersten Sporteinheit der Puls am höchsten beim Telefonat ist.
    Die Sporteinheit um 17 Uhr gibt ihm noch den Rest, hier benötigt er bis Mitternacht wieder zur Erholung.

    2. Punkt der mir auffällt es fehlen mir Essen/Trinken Aktivitäten. Wurden die Aufzeichnungen vom Patienten nicht genau genug genommen, oder nimmt er sich nur kurz Zeit um etwas runter zu schlingen?

    3. Die Messung wird nicht seinen "Normalen" Arbeitstag widerspiegeln und wird wahrscheinlich an einen Arbeitsfreien Tag gemacht worden sein?

    Das sind so meine Ersten Eindrücke als Laie.
    Ich kann hier auch vollkommen Falsch liegen mit meiner Interpretation, würde mich freuen wenn einer der Experten eine Meinung zu dieser Messung abgeben könnte.

    Zu der Eigentlichen Frage der "Ausreisser" für mich sieht das stark nach einer Fehlmessung aus. Extremer Pulsabfall bei der Aktivität Körperpflege.

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    • #3
      Hallo,

      das Bild zeigt ziemlich genau jenes, das im Buch „Herzratenvariabilität“ von Alfred auf Seite 162 angeführt ist: "chronische Erschöpfung" mit den Merkmalen reduzierte Vitalität, niedriges Leistungspotenzial, niedriger HF-Anteil tagsüber, pNN und GVI niedrig, Herzraten generell sehr hoch (siehe Anzahl Herzschläge), d. h. fehlende Ökonomie, hohes Burnout-Risiko, lausige Regeneration. Die Überschrift „erschöpfter Manger“ beschreibt seinen Zustand also bereits genau. Auch die Performance-Leiste wird entsprechend aussehen.

      Bei so einer Messung gibt es nicht allzu viel zu beschönigen. Die „beste“ Phase ist das Telefonat um 12 Uhr (mit daheim?). Die Aktivitäten, die als Sport gekennzeichnet sind, verdienen diese Bezeichnung eigentlich nicht, sie sind nicht als solche im Spektrogramm bzw. der Pulskurve erkennbar, weil das Pulsniveau von vorn herein sehr hoch ist., mit Ausnahme vielleicht um 17 Uhr.

      Nachdem das Vegetativum schon ziemlich angeschlagen ist, wird es bei einem GVI von unter 100 und dem Alter von 34 Jahren mit „Feinabstimmungen“ des Lebensstils nicht getan sein. Vielleicht fühlt sich der Mensch subjektiv oft noch gar nicht so ausgelaugt, weil es ja Jahre braucht, um „so weit“ zu kommen. Außerdem ist ein beständig hoher Cortisolspiegel ja eine Zeit lang ein recht wirksames „Schmerzmittel“, das Befindlichkeitsstörungen und Schwächen effektiv zukleistert. Aber irgendwann entwickelt sich eine Art „Sickness Behavior“, und man hängt immer öfter in den Seilen und die Leistungsbereitschaft bricht ein.

      Eine medizinische Abklärung, z. B. auch der pro-inflammatorischen Zytokine (IL-6) als "unfehlbarer biologischer Marker" (Dr. Christian Schubert), muss man anraten. Auch eine psychologische Intervention hinsichtlich Überforderung, Resilienz (Kontrolle über die Stressoren), eigener Bedürfnisse, Glaubenssätze, Selbstmanagement, Mind-Set, etc. ist in seiner Situation kein Luxus. Er hat ja rein statistisch noch 45 Jahre vor sich… Sieht man sich auch die extrem niedrigen VLF-Werte an, muss man sagen, dass der Gute im übertragenen Sinn an Raubbau im Sinn von „Selbstzerfleischung“ leidet.

      Zwischen 18 und 19 Uhr und 7 und 8 Uhr sind Artefakte, die das Analysesystem von sich aus herausfiltert und die nicht in die Beurteilung einfließen.

      Wenn er so weiter macht, ist er der klassische Kandidat für das, was die Medizin unter Zivilisationskrankheiten (Stichwort: Silent inflammation) subsumiert: Chronischer Stress führt zu chronischen Krankheiten. Er hat in seinem Leben sicher schon viel geleistet, aber das hat schon ganz schöne Spuren hinterlassen. Die Ergebnisse sind ja auch deswegen so relevant und aussagekräftig, weil die HRV-Messung unter „Life As It Is Lived“-Bedingungen durchgeführt wird und nicht in irgendeinem sterilen Labor.

      LG, Erich

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      • #4
        Herzlichen Dank für Eure Kommentare! Der Patient hat aktuell tatsächlich etwas freie Zeit, wurde schon mehrfach kardiologisch wegen seiner Tachykardie abgeklärt und ist auch biochemisch deutlich "ausgelaugt" - wir werden ein paar ernsthafte Gespräche bzgl. Sport/Ernährung/Coaching etc. führen müssen...

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        • #5
          Hallo Anatol,

          ich meld mich nochmals wegen des von mir verwendeten Begriffes "Selbstzerfleischung". In der psychologischen Literatur wird dieser Begriff immer wieder mit Wut bzw. unterdrückter Wut in Zusammenhang gebracht. Eine Person kann also ihrem Zorn nicht Luft machen, was sie mit der Zeit "auffrisst". Sport wäre ja dann etwas, womit man Aggressionen gut abbauen kann, aber das funktioniert bei ihm ja gar nicht (mehr). Es gibt ja nicht nur Autoimmunkrankheiten, sondern auch Autoaggressionsprobleme. Ich weiß, dass ich mich damit vielleicht etwas weit hinauslehne, aber ich wollte diesen Aspekt doch noch einbringen im Bewusstsein, dass ich mich natürlich auch irren kann... Aber es kann ja auch sein, dass es was für sich hat.

          LG, Erich

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