Schlaflos, ruhelos durch die Wechseljahre ...

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    Jahrelange (gefühlte) Schlaflosigkeit, Erschöpfung und reduzierte Belastbarkeit, so beschrieb die Klientin ihren Zustand.
    Sie will da raus...!

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  • #2
    Hallo Mandy,
    eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Daher große Vorsicht bei nur einer HRV Vorlage.
    Fragen:
    1. Die Anzahl der Herzschläge irritiert. Hat die Klientin früher vernünftigen Sport betrieben? Oder (?) liegen Medikamente diesbezüglich vor? Wenn ja: Warum?
    2. "Jahrelange (gefühlte) Schlaflosigkeit," Worauf bezieht sich (gefühlte) . Aussage der Klientin oder liegen dir mehr Messungen vor und das ist deine Auswertung.
    3. Gewicht zur Größe und Blutdruckwerte, Diabetes? Evtl. Blutdrucksenker.
    4. Lungenfunktion? Ist Klientin kurzatmig?
    5. Ist die Messung ein Durchschnittstag für einen Zeitraum von 6 Monaten. Extreme Abweichungen weniger als 3 mal die Woche.
    6. Wie ist die geistige (Konzentration) Belastbarkeit. Neigt sie da zu Verkrampfungen. Will sie alles richtig machen?
    7. Letzte Frage: Nimmt Klientin ein Schilddrüsenhormon? Weil man das so in den Wechseljahren macht, machen ja alle so. (Nicht von mir, eine seit Jahren mir gegebene Erklärungen)

    Zur Sicherheit! Ich bin kein Mediziner. Will auch keiner sein, sondern suche und habe viele Fachärzte/innen als Freunde und die Frage ich.
    Aber! Man kann ja mal den Arzt fragen und sich das erklären lassen. Wie sollen die Klienten denn sonst eigene Verantwortung übernehmen können.

    Eine interessante Messung lässt Gedanken hochkommen. Trotzdem das währe nur Kaffee Satz lesen.

    Viele Grüße
    achwilli

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    • Gast-Avatar
      Gast kommentierte
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      Hallo Wilfried,,
      vielen Dank für Deinen Kommentar und Deine Fragen.

      Die Klientin hat keinen Leistungssport getrieben (falls das Deinen Frage Nr.1 war),
      gefühlte Schlaflosigkeit seit Jahren ist ihre eigene Beschreibung (sie ist 61 und bezieht sich auf die letzten 2-3 Jahre innerhalb der Wechseljahre),
      Lungenfunktion ist nicht getestet, keine Blutdrucksenker, aber ein Schilddrüsenpräparat gegen Überfunktion,
      geistige Belastbarkeit ist stark eingeschränkt und die Messung beschreibt einen ganz normalen Tag...

      Liebe Grüße,

      Mandy

    • Willi Achilles
      Willi Achilles kommentierte
      Kommentar bearbeiten
      Hallo Mandy,
      Den Beitrag von Erich unterstütze ich 100%. Also keine Wiederholungen.
      Etwas scherzhaft ohne Bezug auf das Thema. Leistungssport meinte ich nun wirklich nicht. Es ist ein Beruf und der hat häufig Berufskrankheiten.
      Meine Frage ging dahin, ob sie in jüngeren Jahren sportlichen Aktivitäten als gesellschaftlich gemeinsam erlebte Freizeit machte. Wenn ja, würde das ihre (sehr) gute Grundsubstanz erklären. (Es wird immer wieder unterschätzt, wie lange eine nach Alfred "artgerechte Haltung" nachwirkt.) Was Erich vorschlug: Fragen. "Sag (Sie) mal, wie war das früher an den Wochenenden. seit ihr viel unterwegs gewesen. Was hat dir Spaß gemacht. Was hat sich in den letzten 25-30 Jahren verändert. Wurde weggelassen?" Aus meiner Arbeit weiß ich, dass bei Beschwerden in diesem Alter von: "Dabei hab ich in den letzten 14 Tagen Garnichts gemacht." "Bis in den letzten Jahren (3 Jahre) hat sich nichts verändert." Da wird es zum Problem für dich in der Kommunikation kommen. Die Klienten weigern sich (unbewusst) die Ursache in einem fröhlichem guten früheren Leben vor 30 Jahren den Ausgangspunkt zu erkennen. Da kommen zwei weitere Gedanken.
      Bei Männern sage ich immer: Fange 15 Jahre vor der Rente an, dein Leben schon mit 50 umzugestalten. Frauen hab ich da weniger Ahnung. Allerdings im engsten Familienkreis, vor 30 Jahren einigen weiblichen Mitgliedern diese Fragen schon gestellt, da ich Ansätze für Probleme sah. Und diese
      kamen, heute über 70 und nicht mehr reparabel. Die zweite Frage (ein Aufschrei des Entsetzens) "Hast du dich eigentlich ab der Pubertät, also man ist in den besten Jahren, auf dein eigenes Alter gefreut?
      Lungenfunktion. Beobachte doch einmal, ob die Klientin im Gespräch (sitzend) nach längeren Sätzen den Brustkorb stark hebt, der Kopf geht leicht aufrecht. Oder wechselt sie öfters die Sitzposition (nicht durch innere Unruhe) Beobachte bei deinen Reiki-Behandlungen ob sie Brust oder Bauch atmet. Meine Tochter ist auch Floristin gewesen. Kann das nachvollziehen. Sie hat gelernt, nicht alle Reize an sich rankommen zu lassen. Z.B. Handy ausschalten. Bei stressiger Umgebung, sich auf ihre Arbeit zu konzentrieren. Ein klein wenig ihre eigene Welt. Das Erstaunliche! Sie diktiert den Rest der Familie. "Las mich damit zufrieden, mach erst mal das eine zu Ende."
      Was mir Sorgen macht, ist das Autofahren. Aber da müsste ich sie fahren sehen.
      Der Spagat. Schlägst du Aktivtäten vor und sie klappen nicht (Klientin steht nicht 100 % dahinter, die anderen müssen kommen.) liegt die Schuld bei dir. Von selbst wird sie keine Vorschläge machen. Dafür gibt es viele Gründe. Schilddrüsenpräparat gegen Überfunktion lässt unter bestimmten Umständen Apathie aufkommen.
      Würde mich freuen in ein paar Monaten von deinen Erfahrungen zu hören.
      Viele Grüße
      achwilli

  • #3
    Hallo Mandy,

    mir kommt vor, bei der Messung sieht man wieder mal, dass subjektives Erleben und objektive Messergebnisse aus der HRV auch mal ein wenig auseinanderklaffen können. Man ist dann immer geneigt zu meinen, die Person bildet sich das ein, i. S. v. „jetzt hör auf zu spinnen!“. Aber die Frau steckt halt in ihrer Haut und erlebt ihren Zustand so, wie er sich für sie anfühlt – Du beschreibst das ja auch so. Ich denke, sie hat grundsätzlich eine gute Konstitution, wenn sie schon länger "da raus will". Ihr Allgemeinzustand ist ja wirklich nicht schlecht.

    Die Messung selbst ist datentechnisch blitzsauber, ohne Artefakte oder Rhythmusstörungen, die die Daten vielleicht falsch-positiv verzerren könnten. Die Frequenzverteilung VLF-LF-HF von 50–23–10 ist für ihr Alter sehr ok. Eine starke körperliche Basis ist mit zunehmendem Alter sehr wichtig, bzw. deren Fehlen prognostisch gar nicht günstig. Trotz 7 Stunden manueller Arbeit (Was arbeitet sie da eigentlich? Alten-/Krankenpflege oder so? Hatte sie früher Nacht- bzw. Schichtdienste?) ist sie mit 94.000 Herzschlägen recht ökonomisch unterwegs, was die Pulsstatistik bestätigt. Dynamik A und B sind trotz fehlender Aktivierung durch gezielten Sport auch im grünen Bereich (sonst wären sie noch etwas ausgeprägter). So weit, so gut.

    Was macht sie am Beginn der Messung für eine Entspannungseinheit, Autogenes Training oder wird sie massiert? Sie ist da körperlich entspannt und mental etwas aktiviert. Die Pulsabsenkung ist da ja sehr beeindruckend und liegt fast unterhalb des Schlafniveaus. Das tut ihr sehr gut! Die 2. Entspannung alleine um 18.30 Uhr ist da nicht so berauschend, aber ok.

    Der Schlaf ist auch nicht schlecht, wobei ich glaube, dass er erst um 22.45 Uhr beginnt und kurz nach 6 Uhr endet. Man sieht zwar in den ersten zwei Tiefschlafphasen eine gewisse Erschöpfung, aber auch eine RSA und eine Schlafarchitektur ist auch erkennbar, aber der Vagus ist von den Daten her nicht tonisierter als tagsüber. Trotzdem: kann man schon "gelten lassen".

    Dass ihre Belastbarkeit früher objektiv besser war und sie das subjektiv auch spürt, ist halt auch ein wenig ihrem Alter geschuldet. Aber vielleicht geht ihr das auf die Nerven, und „sie will da raus“. Schwierig. Andererseits arbeitet sie vormittags 4 ½ Stunden ohne Pause durch und nachmittags 2 ½, unterbrochen von 30 Minuten Mittagspause. Das ist schon hart, auch für wesentlich Jüngere. Wenn sich das nicht ändern lässt verstehe ich, dass sie „da raus will“. Pausenkultur ist offenbar in diesem Betrieb verpönt oder (Sachzwang!) schlicht nicht möglich.

    D. h. aber, dass ihr Wohlbefinden und ihre Gesundheit völlig von ihrem Verhalten in der Freizeit abhängt, weil sich an den Arbeitsverhältnissen nicht rütteln lässt. In meinem Webinar vorletzte Woche habe ich zu den Ergebnissen der Whitehall-Studie den Satz geschrieben: Es ist eine unlösbare Aufgabe für den einzelnen, die gesamte Verantwortung für eigene Gesundheit tragen zu müssen! Aber wenn sie sich im Alltag verhaltenstechnisch etwas Gutes tun will, dann in etwa so wie bei der Entspannung am Beginn der Messung. Gezieltes Atemtraining zur Vagusverbesserung ist sowieso immer gut. Vielleicht ist das auch eine gute Möglichkeit, sich von der Arbeit zu distanzieren, i. S. v. einem schnellen Tapetenwechsel. Was auch offenbar gefordert ist, ist eine große Frustrationstoleranz. Die lässt sich mit einem guten sozialen Umfeld aufbauen. Wie im Webinar erwähnt: Es geht im Lebensalltag sehr oft um die Softskills, also um das vermeintlich Weiche...

    Mit lieben Grüßen aus Innsbruck,
    Erich
    Zuletzt geändert von Erich; 15.11.2020, 20:08.

    Kommentar


    • Gast-Avatar
      Gast kommentierte
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      Lieber Erich,

      hab vielen Dank für Deinen ausführlichen, eindrucksvollen Kommentar.

      Ich habe die Klientin selbst erstmalig vor der Messung gesprochen. Es ist die erste Messung der Klentin, somit habe ich keinen Vergleich. Sie arbeitet als Floristin und offenbar lässt ihre Arbeitszeit sowie der Arbeitgeber wenig Spielraum für "bewußte Pausen". Die relativ gute Anzahl der Herzschläge, ihr BA und auch einige weitere Werte hatten mich hinsichtlich ihrer gefühlten Schlaflosigkeit etwas irritiert.

      Zu Beginn der Messung ist sie bei mir in einer Reiki-Behandlung. Die zweite Entspannung findet in ihrer häuslichen Umgebung statt.
      Ihr schlechter Schaf, der offenbar mit den Wechseljahren begann, begleitet sie bereits einige Jahre und die Suche nach Veränderung/Besserung wurde medizinisch "nicht so ernst genommen". Das heisst, Hormone oä. sollten Besserung bringen, taten sie aber nicht.
      Inzwischen fühlt sie sich erschöpft und hilflos.Sie "ist nicht sie selbst".

      Sie nimmt Schilddrüsenhormone, wegen einer Schilddrüsenüberfunktion, hatte vor mehr als 20 Jahren eine Gebärmutterentfernung und aktuell leidet sie außerdem an Arthrose und Grünem Star.

      In meinem Coaching möchte ich sie an ihre persönlichen Möglichkeiten erinnern und dabei erscheinen mir die guten Werte ihrer Messung hilfreich.

      Vielen Dank noch einmal,

      herzliche Grüße,

      Mandy

  • #4
    Hallo Mandy,

    also auf alle Fälle tut ihr Deine Behandlung sehr gut! Ich kann mir nach Deiner Schilderung gut vorstellen, dass ihr die mühsame Gesamtsituation – gefühlt schlechter Schlaf, Schilddrüse, OP, Arthrose, Star – arg zusetzt. Das sind ja alles für sich schon keine Kleinigkeiten, da kann man sich schon überfordert fühlen. Aber wo genau der Hebel anzusetzen ist, um ihre Situation entscheidend zu verbessern, trau ich mir bei der eher komplexen Lage nicht zu beurteilen. Schon gar nicht aus der Distanz. Da gibt es doch einige Faktoren, die gleichzeitig ihre Wirkung entfalten. Die Frage ist, ob es den EINEN Hebel überhaupt gibt...

    Trotzdem erscheint es mir im Coaching wichtig zu fragen, ob es etwas Konkretes ist, das ihr hauptsächlich zusetzt, oder die Gesamtsituation. Wenn Du im Beratungsraum ein Flipchart hast, dann versuche das mitzuschreiben und zu visualisieren. Das hilft immer, ein Gedanken- und Gefühlswirrnis zu entflechten und zu ordnen. Am besten ist sowieso, so viel wie möglich zu fragen. Überleg Dir da Fragen, die Dir selbst dazu einfallen.


    Grundsätzlich scheint sie ja eine widerstandsfähige, resiliente Frau zu sein, wenn ihre Probleme sich schon über Jahre hinziehen und ihr biolog. Alter trotzdem immer noch unter dem kalendarischen liegt. Nachdem sie „stark in VLF“ ist, braucht sie dringend Ziele, die sie verfolgen kann. So jemand leidet sehr unter der Tatsache, nicht mehr „Pilot des eigenen Lebensflugzeuges zu sein“, d. h. die Kontrolle zu verlieren. (Das tut jeder, aber mit starker VLF setzt einem das besonders zu.) Du schreibst ja auch, dass sie „nicht sie selbst ist“ und sich hilflos fühlt. Ihre Hilflosigkeit ist aber nicht i. S. v. Seligman "von Kindesbeinen an erlernt", sondern hat seit Eintritt des Wechsels konkrete Gründe. Aber dass sie sich Unterstützung und Hilfe sucht und nicht in falscher Stärke – „Selbst ist die Frau!“ – alles schluckt, ist doch sehr positiv. Im Coaching ist der Hinweis auf ihre Ressourcen, die ja in der HRV durch verschiedene Parameter eindeutig sichtbar werden, natürlich ganz wichtig!

    Liebe Grüße,
    Erich

    Kommentar


    • #5
      Lieber Erich, lieber Wilfried, euch beiden noch einmal herzlichen Dank für die hilfreichen Anmerkungen. Ich freue mich auf das Gespräch und werde gern über den Ausgang berichten.

      Liebe Grüße,

      Mandy

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