ein Proband von mir leider seit 8 Jahren an einem Apallischen Syndrom. Ich habe bei ihm im Pflegeheim vergangene Woche eine 24-Stunden-Messung gemacht und feststellen können, dass seine PNN50-Werte bei Besuch (Mutter, Pflegerinnen, …) kurzfristig in den entsprechenden 5-Minuten-Säulen deutlich ansteigen. (bis ca. 4%)
Inwiefern kann ich die erhöhten PNN50-Werte in diesem Fall als Indiz des „Wohlfühlens“ des Probanden interpretieren?
grundsätzlich wird das Aufflammen der HRV in der HF und einem pNN-Anstieg – also dem Vagus – sicher mit Wohlbefinden im Sinne einer Beruhigung zu tun haben. Die vertiefte Atmung um 19, vor allem aber um 8 Uhr ist schon beeindruckend, weil ja gleichzeitig die VLF zurückgeht, also der Patient körperlich entspannt. Auch wenn es für mich zumindest Spekulation bleibt, was in diesen Momenten in ihm vorgeht, wird man nicht so falsch liegen, wenn man diesen Zustand in gewisser Weise als relatives „Wohlfühlen“ bezeichnen kann. Interessant wäre in diesem Zusammenhang, ob sich auch bei einer Musiktherapie im Sinn von Gerhard Tucek ähnliche Effekte der Verschiebung in Richtung HF messen lassen. Auch, warum die Herzrate kurz nach 9 Uhr so markant abfällt.
Interessant ist auch die fast durchgehende Bande um 0,05 Hz, die ja an sich als Indiz für Schnarchen gilt. Wenn Du vielleicht wieder einmal misst, dann schreib bitte mit, wann was passiert, auch wenn es für den Mann keine Aktivitäten im eigentlichen Sinn, sondern letztendlich „Passivitäten“ sind. Aber in ihm geht sicherlich etwas vor, das sein Vegetativum moduliert. Auch ein Wach-Schlaf-Rhythmus ist ja eindeutig ausfindig zu machen. Überhaupt wird sich in diesem Menschen viel mehr innerlich abspielen, als er nach außen kommunizieren kann. Deshalb halte ich es für sein Wohlbefinden essentiell wichtig, ihn regelmäßig mit allem, was ihn auch im „normalen“ Leben interessiert und begeistert hat, zu versorgen. Denn eine Dynamik A hat ja nicht einmal jeder Nicht-Apalliker.
Eine der interessantesten Messungen, die ich überhaupt gesehen habe! Danke dafür.