ausreichend Regeneration

liebe KollegInnen

der junge Mann von dem die Messung stammt ist sehr sportlich, trainiert nahezu täglich & betreibt auch viele verschiedene Sportarten wie Fitnessstudio, Fußball, Skifahren, Kite-surfen etc
Schlafen tut er wie viele Studenten meist zwischen 2-3 Uhr und 12h
Ernährung vegetarisch

mich würde interessieren, wie Ihr seine Regeneration einschätzt und was Euch noch dazu ein- und auffällt…
liebe Grüße an alle
Winfrid Janisch
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diese Messung ist vom gleichen jungen Mann und zwar vom 1.6.2015
keine Ahnung ob man da auch über HRVsport schon einen Verlauf darstellen kann…
die vorige Messung (02 2017) hab ich leider irrtümlich unter Anonymus reingestellt
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[SIZE=14px]Hallo Winfried,

zwischen den beiden Messungen liegen gut 1 ½ Jahre Sport und Studentenleben… :wink: Und man kann nicht sagen, dass sich dazwischen nichts getan hätte: GVI – 128 Punkte, Herzschläge + 8.000, TP – 1.350, pNN – 10 (!), pNN Schlaf – 10, deutlich höheres Aktivierungsniveau, …

Was die Regeneration betrifft, muss man ja, denke ich, verschiedene Regenerationsebenen unterscheiden: Die kurzfristige gleich nach dem Sport. Wenn die NPB hoch ist und gleichzeitig die Dynamik C ebenfalls hoch, d. h. nach dem Sport ist das Aktivierungsniveau deutlich höher, funktioniert das akute Umschalten auf Regeneration nicht gut.

Die nächste Regenerationsebene ist die zirkadiane über den Schlaf, der schlauerweise auch alle anderen Aktivitäten mit einschließt, weil bei gelingender Regeneration letztendlich „alles“ eine Rolle spielt. Diese Ebene lässt sich über den STEP-Wert ablesen (siehe HRV-Glossar). Das lässt sich hier für mich nicht beurteilen, er ist aber tendenziell eher geringer als bei der ersten Messung, d. h. die Gesamtbelastung ist etwas gestiegen. (Wenn das Training selbst aber als effizient beurteilt wurde, dann liegt es an den anderen Stressoren.)

Meines Erachtens gibt es da noch einen wichtigen dritten Regenerationsrhythmus, der im Hormon- und Immunsystem angesiedelt ist und um die 72 Stunden dauert, wo z. B. Cortisol und Neopterin eine gewisse Rolle spielen. Vielleicht kann man das als Psychoneuroendokrinoimmunologische Regeneration bezeichnen. (Wahnsinn!!!) Dazu bräuchte es halt auch entsprechend lange HRV-Messungen und/oder Neuro-Stress-Profile bzw. Harnanalysen etc. (siehe z. B. Christian Schubert „Was uns krank macht – was uns heilt“, bzw. Seppi Neuhausers Selbstmessungen beim Transalpin.) Ich bin deshalb überzeugt, dass allen Sportlern zwischendurch mal 3 Tage völlige Auszeit vom Sport gut tun würden, damit sich dieses System neu kalibrieren kann. So eine gezielte Investition in Regeneration hätte m. E. deutlich positive Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit.

Zusammenfassend stellt sich das Ganze für mich so dar, dass vielleicht der Sport an sich nicht zwangsweise „zu viel“ für ihn ist, weil auch bei hohen Belastungen immer noch VLF-Kraft da ist und v. a. weil es ein guter Tapetenwechsel zum Studieren ist, aber die Gesamtbelastung doch in Summe sehr hoch ist und ihm sein Lebensstil abseits des Sports zwischen den beiden Messungen schon zugesetzt hat. Mit 23 Lenzen verschiebt sich halt auch das jugendliche „Eulen-System“ ja langsam auf einen erwachsenen Normalbetrieb, also mit den Hühnern schlafen legen und aufstehen. :rolleyes: Leg mal beide Messungen übereinander, schau auf die ersten Stunden der Messungen in der LF und switch hin und her. Da sieht man schon rein optisch deutliche Unterschiede, ohne die Datenlage genau zu kennen. Das Gesamtsystem hat an Ökonomie eingebüßt und an Leistungsfähigkeit etwas verloren. Das ist nicht besorgniserregend, aber er lebt ein wenig „auf Kredit“.

Mit lieben Grüße ausm Gebirg, Erich[/SIZE]

lieber Erich

danke für Deine hochprofessionelle, detailierte Analyse, die ist höchst hilfreich für mich Lernenden
werde Deine Hinweise in die Befundbesprechung mit dem jungen Mann sehr gerne einbauen

liebe Grüße Winfrid