ich freue mich über Eure Unterstützung zu dieser Messung.
Hier die Hintergrund-Infos:
Fragestellung an die Messung:
häufiges Gefühl von „energielos bzw. ausgebrannt“ und oft müde tagsüber - Wo kann die Ursache dafür sein?
Weitere Aussagen:
dünnhäutig &
unsicher im familiären Miteinander, schnell gestresst
auf der Suche nach neuen
Herausforderungen im Leben (Gefühl unterfordert zu sein)
für Neues zunächst sehr motiviert, schneller Beginn der Umsetzung, die dann jedoch erlahmt. Führt zu Unzufriedenheit und es fällt schwer sich dann wieder „aufzuraffen“
„hellwach“ bei geistigen oder praktischen Aufgaben die an ihn ran getragen werden z.B. im Beruf (Kollegen/Chef hat eine Frage) oder auch privat z.B. handwerklich
seine Konzentrationsfähigkeit beschreibt er selbst als problematisch
Es gab ein erstes gemeinsames Draufschauen und von mir erste Impulse für ihn bzgl Pausen, Schlafqualität. Für meine Vorbereitung auf ein ausführliches Gespräch: Worauf sollte hier Eurer Erfahrung nach erstmal geschaut und daraus Veränderungen angegangen werden? (Impuls der Vital-Auswertung lautet Aktivierung.)
was sofort auffällt ist sein niedriger Puls über den Tag verteilt. Er ist fast 23 Stunden im Pulsbereich Schlaf/Sitzen und schafft es nur 2x, dass sein Puls hoch geht und sich dann aber schnell wieder reduziert und auf das Ausgangsniveau geht. Zu erfragen ist sicherlich, woher er seinen niedrigen Puls hat - Medikamente, gut trainiert, Konstitution?
Aufgrund seiner Werte ist der Impuls Aktivierung aber auch wichtig, denn ihm fehlen Möglichkeiten, um in die Gänge zu kommen. Kurze HIT-Einheiten unter Tags wären gut, und eine regelmäßige sportliche Einheit, die ihn an seine Grenzen bringt. Denn das kann ihm ein Gefühl von Stärke und Vertrauen in sich selbst geben.
Sein Vagus ist stark und springt oft an, seine Substanz ist gut, es gibt Phasen, die dichter und bunter sind, d.h. er kann für Aufgaben brennen. Das passiert aber nicht immer, sondern nur Phasenweise. Unsere erste Idee, aufgrund deiner Beschreibung, war Boreout. Daran glaubt zwar nicht ein jeder, aber d.h. nicht, dass dein Klient es nicht so empfindet. D.h. er braucht eine Aufgabe, für die er brennt, etwas, dass ihm Sinn gibt. Kann er seinen Arbeitsbereich selbst gestalten? Hat er Handlungsspielräume? regelmäßige Hobbies? Da würden wir ansetzen.
Hallo Andrea,
du hast sehr gut den “Problemfall” beschrieben. Da liegen doch auch schon die wahrscheinlichen Antworten drin.
Zuerst einmal der Mann hat vorzügliche Werte! Sicher kann hier und da zum Beispiel TP Schlaf herumgemäkelt werden. Analyse ist auch gut.
Mein Vorschlag: Frag den Klienten gemäß deiner Darstellung.
Würde mich nicht wundern ein Einzelkind hier zu haben. Gute behütete Kindheit optimale Entwicklung, immer gesteuert vom Elternhaus. Alles zu seinem Besten.
Viel Anerkennung bekommen. Nicht gelernt sich durchzusetzen. (Verzeihung die Übertreibung. Mit “Wertschätzender” Umschreibung weis kaum einer was gemeint ist)
Dann kam das Leben - Erwachsensein - Anerkennung viel aus oder wurde weniger. Die nach der zielorientierten Pädagogik (das Bedürfnis … der Schüler steht vor dem Thema) ständig wechselnden Aktivitäten verhinderten das Erlernen von Sturheit etwas über längere Zeit ohne äußere Anerkennung durchzuhalten. Siehe hellwach bei Bemerkung seiner Person und wird zum Arbeitsbienchen, dann kommt die ermüdende Tätigkeit der Zeit und Interesse sinkt.
Hat er als Kind Jugendlicher Träume gehabt (für sein Leben später) Wenn ja was ist daraus geworden? Sein Wunschberuf? Oder?
Hat er konkrete Ziele die er erreichen will. Nicht sein Chef, Umgebung, Freunde, Verwandte.
Sofort Hilfe, siehe Sport an.
Bei seinen Werten, könnte ich mir weitaus höhere Pulswerte lt. HRV Auswertung vorstellen. Hier siehst du das von mir vermutete: Keine Sportaktivität über 30 Min. Jetzt keine weitere Empfehlung, dass muss sein Trainer, Übungsleiter machen. Aber schlage ihm vor: 2 mal die Woche 2 h Stunden ohne Sinn und Ziel schnell spazieren zu gehen. Alleine Keiner sieht seine “Leistung” wenn er das 4 Wochen protokolliert hat, redest du erst mit ihm weiter.
So nun habe ich dir einen Vorschlag gemacht. Jetzt kannst diesem Gedanken folgen für deine Gesprächsvorbereitung, oder du hast jetzt festgestellt so wie ich vorschlage kann man das nicht machen. Auf jeden Fall wäre interessant was du daraus machst und was rauskommt.
Viel spaß dabei
achwilli
herzlichen Dank für Eure tolle Unterstützung und Hinweise, die ich auf alle Fälle für meine Vorbereitung auf das Gespräch und auch ins Gespräch selbst mit rein nehmen werde.
Impuls “Boreout” (oder "welchem “Namen man dem Kind auch sonst noch gibt”), und was letzten Endes an “Empfindungen” dahinter liegt für den Einzelnen, ist durchaus eine Option in die Richtung nochmal konkret zu schauen.
Danke für Deinen ganz konkreten und “praktischen” Vorschlag Willi. Den werde ich mir auf jeden Fall auch für die Zukunft merken.
“Würde mich nicht wundern ein Einzelkind hier zu haben. Gute behütete Kindheit optimale Entwicklung, immer gesteuert vom Elternhaus. Alles zu seinem Besten.
Viel Anerkennung bekommen. Nicht gelernt sich durchzusetzen. (Verzeihung die Übertreibung. Mit “Wertschätzender” Umschreibung weis kaum einer was gemeint ist)” :
Eher etwas anders…: Kein Einzelkind, einige Geschwister, geboren und aufgewachsen in anderem Land/anderer Kultur sowohl gesellschaftlich als auch familiär – in beidem könnte der Punkt “gesteuert” zutreffen , als junger Erwachsener nach Deutschland gekommen, usw.
Da werde ich nochmal konkret mit ihm drauf eingehen im Bezug auf Träume/Ziele früher und heute.
Hier haben wir ein typisches Beispiel. Erfahrungen in der Kindheit können ganz unterschiedliche Reaktionen später haben und dann erfolgt im Umkehrschluss meine Fehleinschätzung. Natürlich habe ich mir einen typisch deutschen Mann in den besten Jahren vorgestellt. Mein Vorschlag 2h zu gehen gilt für diesen Typus. Hier würde ich nachfragen, welche Sportarten er früher gemacht hat. Seine gute Konstitution hat er bestimmt nicht durch Medikamente. Wenn möglich auf Mannschaftssportart ansprechen und empfehlen. Suche dir in deiner / seiner Gegend einen entsprechenden Verein. Sprich mit dem Vorstand und versuche evtl. einen “Paten” zu bekommen. Der Mann wird noch nicht angekommen sein. Wie soll er da sein Potential entfalten. Versuche einen Anker zu finden, wo er sich immer wieder zurückbesinnen kann, wenn ungewohnte Dinge die noch nicht verarbeitet wurden ihn überfordern. Ich kenne das aus Erfahrung. In einem neuen Land nur eine andere Straßenordnung Verzeigung als bei uns, schon muss ich mir einen Erkennungspunkt suchen. Wird interessant.
Freue mich weiteres zu hören. (mit der Zeit)
achwilli