Hallo Phillip,
Jean Cocteau hat gemeint: „Die meisten Menschen leben in den Ruinen ihrer Gewohnheiten.“ So sieht für mich diese Messung aus: es stehen nur mehr HRV-Ruinen. Oder etwas zynischer ausgedrückt: Ist die HRV erst ruiniert, lebt es sich recht ungeniert. 
Nein, im Ernst…. Nicole hat in ihrem Kommentar ja schon das meiste sehr richtig und treffend angesprochen: Alle Frequenzbereiche bzw. GVI sind deutlich bis extrem (HF!) reduziert, und wenn jemand ein biolog. Alter hat, das annähernd 30% über dem kalendarischen liegt (er hat ja ein BA als ob er schon 3 Jahr in Pension wäre), dann ist sein Allgemeinzustand bzw. seine Gesundheit für ihn selbst spürbar angegriffen. Dass dieser Mann an allen möglichen Beschwerden leidet, ist so gesehen kein Zufall, sondern die gemarterte Psyche findet halt irgendwann die körperlichen Schwachstellen als Ventil heraus, und auch sein Immunsystem ist offenbar nachhaltig geschwächt.
Dass ein Schlüssel für mehr Vitalität im Schlaf liegt, stimmt natürlich, denn nicht umsonst setzen die Geheimdienste der Welt Schlafentzug als Foltermethode ein. Bei allen Schwachstellen ist der Schlaf bei ihm ja eine ganz besondere Schwachstelle – die 19,8 ms[SUP]2 [/SUP]in der HF bzw. 9,58 msec RMSSD dürften fast ein neuer Negativrekord sein, genauso wie die 36,48 ms[SUP]2[/SUP] in der HF über die gesamte Messung. Und dass er Sport „gar nicht gut“ findet, kann ich mir leicht vorstellen. Um Sport zu treiben, der auch diese Bezeichnung verdient, braucht man schon deutlich mehr Vitalität. Erst recht, wenn man Sport als „Energielieferant“ anzapfen will, d. h. mehr herausholt, als man investiert. Er hat schlicht nichts zum Investieren… 
Wenn er es nicht schon getan hat, dann wäre eine umfangreiche medizinische Diagnostik (Psychosomatik) dringend angeraten, denn mit Atemtraining und Nordic Walking (das kann er natürlich jederzeit tun!) ist es bei weitem nicht getan! Ich bin überzeugt, man muss ihm auch in dieser Hinsicht „reinen Wein“ einschenken. Mit seinen 53 Jahren hat er noch 12 reguläre Arbeitsjahre vor sich. Wie will er die bewältigen? Auch wenn er seine Lage persönlich gar nicht so schlecht beurteilt (Skalierungsfrage!), weil es sich ja Jahre und Jahrzehnte hinzieht, bis man so eine Messung abliefert, besteht Handlungsbedarf. Und das nicht erst als gut gemeinter Vorsatz zu Silvester 2020! 
Die Messung ist im HRV-Buch zwischen „Chronischer Stress“ (S. 156) und „Im Burnout“ (S. 158) einzuordnen. Erstaunlich „normal“ ist seine Herzrate. 100.000 Herzschläge sind im Verhältnis ok. Das wäre ja ein Lichtblick, der bei der restlichen Datenlage gar nicht zu erwarten ist.
Liebe Grüße, Erich 