Irritation - mehr Tod, als lebendig!

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    Meine erste Messung sieht ziemlich "schlecht" aus - wie ist Eure Meinung? Wie würdet ihr diese Messung interpretieren. Über Feedback, wäre ich Euch dankbar. Vielen Dank im Voraus
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  • #2
    Servus Norbert,

    „mehr tot als lebendig“ trifft es natürlich nicht wirklich, ist ein wenig zu dick aufgetragen. Aber Du hast recht: Es gibt auch nicht allzu viele Gründe, wegen der Messergebnisse eine Party zu schmeißen und die Sektkorken knallen zu lassen… Was verwundert Dich eigentlich an den Messergebnissen? Letztendlich spiegeln die objektiv erhobenen Daten nur Dein subjektives Gefühl wider, das Du als Befindlichkeit eingetragen hast: schlecht. D. h. aber Du spürst Dich offensichtlich gut und machst Dir nichts vor.

    Zuerst mal: Was sind die Aktivitäten mit Fragezeichen wirklich? Wenn Du sie per App eingegeben hast, dann korrigiere sie mit dem Button „Aktivitäten bearbeiten“. Und bei der nächsten Messung versuch den Schlaf irgendwie in die Mitte zu packen, d. h. mittags beginnen und mittags am nächsten Tag wieder beenden. (Warum beginnt die Messung ausgerechnet zu Mitternacht?) Hattest Du vor kurzem einen Infekt? Was war das Ziel der Messung? Fühlst Du Dich leistungsfähig? (Am späten Vormittag geht Dir völlig der Saft aus! Aber was tust Du von 15 – 15.30???) Hast Du vor Beginn der Messung zum Entspannen etwas getrunken? (Die Herzrate steigt an, der Körper muss irgendwas loswerden und entgiften…)

    Alle Daten deuten darauf hin, dass sich Dein Vagus (= Erholungsfähigkeit) stark reduziert hat (High Frequency, pNN, rmssd). Das spiegelt auch die Pulsstatistik wider, und das ist auch ein Hauptgrund, warum das biolog. Alter so hoch ist. Warum kannst Du Dich so schwer erholen? Das ist sicher eine längere Geschichte und nicht was von heute auf morgen. Was war um 0 Uhr los, da sieht man eindeutig eine beachtliche RSA als Erholungszeichen, die Hoffnung auf mehr macht!

    Du hast bei ausschließlich sitzender bzw. liegender Tätigkeit – ohne Sport also – 109.000 Herzschläge. Wärst Du ein Auto dann fährst Du ständig im 2. Gang mit 80 km/h und brauchst 15 Liter Super. Das ist nicht sonderlich ökonomisch, weil der Vagus die Herzrate nicht effektiv drücken kann. Ziemlich positiv: Deine Herzrate reagiert aber noch auf sich ändernde Aktivitäten, auch wenn diese i. d. R. sitzend stattfinden. Aber das ist ja schon mal etwas, das ziemlich erfreulich ist.

    Wir sehen dieses HRV-Muster, wie Du es hier zeigst, sogar ziemlich oft. Du bist da also in guter Gesellschaft… Es zeigt letztendlich das Ergebnis von „chronischem Stress“, also Raubbau: eingeschränkte Ökonomie, reduzierte Vitalität und Leistungsfähigkeit, durchschnittliche Herzraten tagsüber und im Schlaf erhöht, Dynamik A reduziert (=Unterschied Tag/Nacht), hohes Burnoutrisiko, GVI niedrig.

    Solltest Du Dich tatsächlich krank fühlen, dann würde ich an Deiner Stelle im Zweifel mal zu einem Psychosomatiker gehen, der in der Lage ist, Deine Situation von unterschiedlichen Standpunkten aus zu betrachten, nicht ausschließlich schulmedizinisch. Ich würde nicht darauf vertrauen, dass sich das „schon irgendwie wieder gibt und einrenkt“. Denn eines wissen wir aus 10.000en Messungen auch: Du wärst der „ideale Kandidat“, der in der Lebensmitte ins Burnout schlittert, wenn er nichts ändert, sondern irgendwie so weiter tut. Ein gezieltes Abklopfen der Arbeits- und Lebensumstände z. B. mithilfe eines kompetenten Lebens- und Sozialberaters ist nicht die ganz blödeste Idee, denn Du brauchst für Deinen Alltag verdammt viel Energie. Da nagen sicher einige Dinge an Dir, die geändert gehören…

    Was Du akut und unbürokratisch selbst tun kannst ist leicht erklärt: die vertieft Bauchatmung mehrmals täglich anwenden. Hände auf den Bauch legen und bei jedem Atemzug (nicht krampfhaft!) anheben und wieder senken. Das kräftigt den Vagus und damit die Erholungsfähigkeit, die Dir so abgeht. Und: moderat im Freien bewegen, ebenfalls auf die Atmung acht geben, aber nicht unnötig auspowern und Kraft vergeuden, sondern Kraft holen. Es ist weder Hopfen noch Malz verloren, man kann sich innerhalb von ein paar Monaten 10 Jahre und mehr an biologischem Alter zurückholen. Und das kannst Du sicher auch!

    Martin Luther hat am Tor der Kirche zu Wittenberg gemeint: „Hier stehe ich und kann nicht anders!“ Ich bin überzeugt, Du könntest sagen: Hier stehe ich, und ich kann auch anders!

    Mit lieben Grüßen aus Innsbruck, Erich

    Kommentar


    • #3
      Hallo Norbert,
      Erich hat schon umfangreich geantwortet. Das Besondere: Der Herrgott sagt, der Sonntag ist arbeitsfrei. jedenfalls so ungefähr. In Abwandlung: Der Sonntag ist für den Vagus da. Nur wer es sich leisten kann, darf auch Sonntag arbeiten und da hab ich bei Erich keine Angst. Wer auf der Flucht oder anders ausgedrückt unentbehrlich ist oder die ständige Anerkennung über Aktivitäten sucht arbeitet auch Sonntags oder nach Feierabend. Das hab ich bei Erich rausgelesen. Jetzt zu deiner Verwirrung. Erich sagt im ersten Satz:"
      trifft es natürlich nicht wirklich". Das möchte ich noch präziser ausdrücken. Einer Klientin bestätigte die HRV Messung ein biologisches Alter von 56 Jahren. Sie war zufrieden damit und wollte beim Coaching Gespräch keine weiteren Empfehlungen um das Alter zu drücken. Ich respektierte ihre Weigerung. Die Dame ist kalendarisch 70 Jahre, seit 6 Jahren in meiner Betreuung.

      So unterschiedlich können Bewertungen sein.
      Der Mensch ist vom Licht, Feuer, Blitz von Anbeginn an fasziniert. Die erste HRV Messung betrachte genauso. Aus dem Dunkel, sprich Unwissenheit über die Vorgänge in deinem Körper, reagierst du deinen Vorstellungen entsprechend.
      Erich deutete schon an die Messung zeitlich zu verschieben.
      Hier meine allg. Vorgehensweise, nicht als Dogma verstehen:
      1. Vor einer Messung wird der Grund ermittelt. Bin ich nur auf einen Horrortrip, sprich schlechtes Ergebnis aus. Bereite ich mich auf ein Examen vor und will energiesparend durchkommen. Liegt ein Arbeitsplatzwechsel, Karriere, vor und bin dem Gewachsen? Leistung im Sport oder sonst "nebensächliche Dinge" können es auch sein. Du gibst die Zielstellung vor. Was machen viele Klienten. Sie betrachten eine HRV Messung ungefähr so: Ich gehe in den Baumarkt, mal sehen was ich brauche! Bei deiner Messung kaufst du das Haus leer. Also nicht ziellos Dinge angehen und seien sie noch so nebensächlich.
      2. Grundsätzlich lasse ich die HRV Messung Morgens beginnen und der Schlaf bildet den Abschluss. Man kann es auch anders machen, ein Experte zieht daraus die richtigen Schlüsse. Das Problem: Im Gespräch unterbricht der Klient und kommt mit "Ausreden" an anderen Tagen ist alles ganz anders. Die Zeitfolge: Aktivitäten am Tag spiegeln sich im Schlaf unmittelbar in dieser, deiner Messung wider.
      3. Über die SWOT Analyse, Alfred (von autonom Health) verzeih mir, ich habe sie meinen Bedingungen angepasst, werden erst einmal die realen Ziele erarbeitet. Wie oft stimmen "Wollen und Können" oder Wünsche mit den eigenen Möglichkeiten nicht überein. Dann erfolgt die Leitlinie über die Zeit, wann willst du was erreichen. Das wird sehr unterschiedlich gehandhabt. Meine Zeitschiene beginnt mit dem festlegen, was muss der Klient (nicht der Arzt, Therapeut, Trainer oder Coach) in abrechenbaren Zeiträumen machen.

      4. Dies wird mit Messungen in Abständen begleitet. Dazu siehe: Portal (verschiedene Möglichkeiten auch kostenseitig). Sollten die Ergebnisse dem entsprechen, was gewünscht wird, wird der Klient animiert, diese in seinem täglichen Umfeld selbstverständlich werden lassen. Stimmen sie nicht, wird an den Stellschrauben gedreht. Hält sich der Klient nicht an die Vorgaben, es ist sein Wille, Abbruch der Zusammenarbeit. Selbstverständlich kann die Zusammenarbeit wieder aufgenommen werden. Aber an dem Punkt wo aufgehört wird. Schwieriges Unterfangen. Vergleiche Problemlösungen: Gespräche, Gespräche, Problem wird zerredet, kurze Zeit später anderes Thema wird zum Mittelpunkt. Damit löst man keine verfahrenen Kisten.

      5. Vom Beginn der Arbeit wird allmählich ein Ziel von 3,5 Jahren, 7 Jahren 15 Jahren (siehe auch Alfred`s Lehrbuch: Zeit- und Frequenz Phänomene) anvisiert und zwar mit oder ohne mich als Coach.

      Zusammenfassend: Lege fest was du willst, was brauchst du dazu? Spezialisten vielleicht oder du löst alleine deine Probleme (Autodidakt, unökonomisch und dauert lange). Suche dir einen Coach in deiner Umgebung, sprich ausführlich mit ihm und ganz wichtig: Eigenes gesichertes Wissen aneignen.

      Also dein Ergebnis ist das Tor für eine wunderbare Zukunft. Schlimm wäre, wenn dein biologisches Alter unter deinem kalendarischem liegt, Misserfolge wären vorprogrammiert.
      Alles Gute
      achwilli

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