Gute Messungwerte trotz chronischer Erkrankung

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  • Gute Messungwerte trotz chronischer Erkrankung

    Nach einer spät diagnostizierten Lyme-Borreliose kämpfe ich mich seit 20 Jahren zurück zu einem symptomfreien, normal leistungsfähigen Leben. Dabei habe ich schon X-Ärzte und Therapieformen verbraucht, mit einem leicht positiven Trend. Nun bin ich überrascht und erfreut über die guten Werte im Autonom-Health-Test. Wie ist diese Diskrepanz erklärbar? Wie kann ich symptomfrei werden?

    Sport: vor der Erkrankung Ausdauersport, phasenweise leistungsorientiert; seit der Erkrankung sehr verminderte Erholungsfähigkeit (z. B. nach 30 min. zügigem Lauf benötige ich einen Monat, um bei Alltagsaufgaben wieder das Niveau vor dem Lauf zu erreichen).

    Arbeit: 100% arbeitsfähig als Selbständigerwerbender aber mit täglichen Weichteil- und Muskelschmerzen, plötzlich auftretenden Energieabfällen, Darmproblemen, verminderter Stressresistenz, Infektanfälligkeit

    Auffällige Laborwerte:
    Cortisol (nmol/l, tief): 8 Uhr 5.2, 12 Uhr 1.4, 16 Uhr 0.7, 23 Uhr 1.0 (diagnostizierte Nebennierenschwäche, mehrmonatige DHEA-Gabe ohne Wirkung)
    Noradrenalin/Adrenalin Quotient 9.1 (zu hoch), Dopamin 103 µmol/g cre (zu tief)
    Enterobacter, Haemophilus, Klebsiella im Stuhl nach 9-monatiger, wenig wirksamer Darmsanierung

    Herzlichen Dank für alle Hinweise

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  • #2
    Hallo,
    zuerst mal Gratulation und Hochachtung zu Deiner Ausdauer, Dich nach wie vor in einen halbwegs normalen Alltag zurückkämpfen zu wollen und nicht davor zu kapitulieren! Ich weiß nicht, wie ich selbst das handhaben würde? Die sehr guten HRV-Werte bei gleichzeitig ziemlich schlechtem gefühltem Gesundheitszustand erinnern mich auch an so manche Messung von Long-Covid-Patienten, die ich im letzten Jahr gesehen habe.

    Ich möchte Deinen Zustand, der sich in der HRV-Messung zeigt, mit einem Vergleich beschreiben: Wenn Du ein Auto wärst, dann hättest Du einen kräftigen Motor mit hohem Drehmoment bei gleichzeitig geringem Spritverbrauch und starker Karosserie. Du kannst den ersten Gang einlegen, aber das Getriebe funktioniert nicht und macht es unmöglich, in einen höheren Gang zu schalten. An schlechten Tagen lässt sich der Motor nur schwer starten. Trifft es das in etwa?

    Ich weiß nicht, was Du an Therapien schon ausprobiert hast, aber wenn ich Borreliose lese, dann denke ich – neben Antibiotika natürlich – an die sog. „Intervall-Hypoxie-Hyperoxie-Therapie“ (IHHT). Dabei macht man sich die Tatsache zunutze, dass das Borreliose-Virus sauerstoffarmes Milieu liebt. Man atmet durch eine Maske im Wechsel von wenigen Minuten wenig und viel Sauerstoff ein. Angriffspunkt dieser Therapie sind die Mitochondrien, also die Kraftwerke der Zellen. Dort wird aus den angelieferten Nährstoffen unser Kraftstoff ATP hergestellt, mit dem wir „funktionieren“. Ich hab für einen befreundeten Arzt eineinhalb Jahre lang die IHHT bei seinen Patienten durchgeführt. Bei manchen sind die Erfolge zäh, bei anderen verblüffend. Aber einen Versuch ist es allemal wert.

    Ein wichtiger Forscher in diesem Zusammenhang war Konstantin Buteyko. Ralph Skuban stellt seine Erkenntnisse in „Die Buteyko-Methode“ sehr gut und anschaulich mit vielen Atemübungen, die man selbst durchführen kann, dar. Sehr empfehlenswert.

    Alles Gute, Erich

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    • #3
      Guten Tag Erich

      Danke für Deine ausführlichen und hilfreichen Gedanken zu meiner oben beschriebenen Situation. Du kannst meinen Zustand generell gut einschätzen. Einen "halbwegs normalen Alltag" kann ich allerdings bereits führen, aber ich will mehr, ich will wieder symptomfrei und leistungsfähig werden. Und, ich bin überzeugt und dank einem spannenden Beruf und einem guten Umfeld meist total positiv, dass dies auch nach 20 Jahren Schwierigkeiten möglich ist. Ich habe nach der Kapitulation der Schulmedizin mit der vorangehenden Antibiotika-Kur (30 Tage Rocephin, intravenös), TCM mit Akupunktur angewandt, Osteopathie, verschiedene Formen von Bioresonanz, Phytomedizin, Vitalstoff-Therapien, Darmsanierung, Homöopathie, verschiedene Formen von Massagen, Craniosacral, japanisches Strömen. Die IHH-Therapie habe ich aber noch nie versucht, das tönt wirklich spannend und sehr prüfenswert. Ich denke zwar nicht, dass die Borrelien selber weiterhin das Problem sind, sondern die durch Antibiotika-Tortur aus der Balance geratene Verdauung sowie durch die jahrelange allgemeine Schwächung und viele Folgekrankheiten die entstandene Nebennierenschwäche (zu tiefes Cortisol). Bei den Mitochondrien anzusetzen, ergibt aber auch so viel Sinn.

      Was im Zusammenhang mit Leistungsdiagnostik vielleicht noch interessant ist, sind meine "Intervall-Trainings", welche ich regelmässig (2-3 mal pro Woche) in den Alltag einstreue (im autonomhealth-Test am Tag1 um 11:15 und Tag2 um 10:00 Uhr). Ich marschiere dabei den Hügel hoch und baue an den steilsten Stellen drei Sprints ein (10-20 sec) oder simuliere eine ähnliche Belastung auf dem Hometrainer. Das ganze dauert 5 bis 10 min. Ich kann so den Körper aktivieren und fühle mich danach wie herausgeputzt und zwar oft stundenlang. Allerdings erkenne ich bislang keinen Effekt, wonach das generelle Wohlbefinden dadurch schrittweise ansteigen würde, auch ohne die Krücke dieser Intervall-Belastungen. Und, ich habe den Eindruck, dass bei einer häufigeren Anwendung, sich Symptome deutlich verstärken könnten. Die Gründe für wellenartige Abfälle sind oft extrem schwierig zu benennen. Im Sommer mache ich oft bei HItze Feldarbeit, welche zu stundenlangen Wanderungen führen. Ich bin dann in der Hitze richtig leistungsfähig, oft mehrere Tage hintereinander. Plötzlich bricht die Leistung unverhofft ein, nicht selten bei Wechseln zu Tiefdrucklage oder kühlerem Klima, und ich büsse dann möglicherweise wochenlang.

      Herzlicher Gruss
      anonymous

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      • #4
        Guten Tag
        Ich melde mich nochmals zu meinem Testergebnis und letzten Eintrag. Ich weiss, ein schwieriger Fall, trotzdem würde ich mich sehr freuen, noch das eine oder andere Feedback zu bekommen.
        Ganz herzlichen Dank
        Thomas alias anonymous

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        • Autonom Health
          Autonom Health kommentierte
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          Hallo Thomas, in welche Richtung hättest du gerne noch Inputs? Liebe Grüße vom Autonom Health Team

      • #5
        Guten Tag
        Sie fragen mich nach den gewünschten Inputs. Am liebsten wären mir Inputs zu den recht allgemein gehaltenen Fragen meines ersten Eintrages: Wie ist die Diskrepanz zwischen diesen guten Testergebnissen und meinem Befinden inkl. den Laborwerten erklärbar (Cortisol (nmol/l, tief): 8 Uhr 5.2, 12 Uhr 1.4, 16 Uhr 0.7, 23 Uhr 1.0 (diagnostizierte Nebennierenschwäche, mehrmonatige DHEA-Gabe ohne Wirkung), Noradrenalin/Adrenalin Quotient 9.1 (zu hoch), Dopamin 103 µmol/g cre (zu tief))? Gibt es neben der IHH-Therapie weitere Ideen, wie ich wieder zu mehr nutzbarer Energie kommen könnte und letztlich möglichst symptomfrei werde? Ja, und vielleicht auch noch: Welchen Eindruck haben Sie von meinen ganz kurzen Intervall-"Trainings" (am Tag1 um 11:15 und Tag2 um 10:00 Uhr)? Bringen mich die weiter oder verpuffe ich damit eher Energie?

        Ganz herzlichen Dank fürs Hineindenken und Ihre Bemühungen!
        Thomas

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        • #6
          Hallo Thomas,

          Hut ab vor deiner Stärke und Motivation, dich nicht unterkriegen zu lassen.
          Du könntest dich mit diesen sehr speziellen, v.a. auch medizinischen Fragen an einen passenden HRV-Professional mit medizinischem Hintergrund wenden.
          z.B. Andreas Weyenberg https://community.autonomhealth.com/partner?id=2 oder Marlen Schröder https://community.autonomhealth.com/partner?id=73

          Deine sehr gute Messung zeigt, dass die körperliche Betätigung auf jeden Fall gut tut und du weiter machen kannst. Als nichtinvasive und alternativmedizinische Methode könntest du aber auch noch eine Magnetfeldtherapie ausprobieren.
          Vielleicht findest du aber zusätzlich Möglichkeiten, dir selbst den Druck auch ein wenig zu nehmen. Man kann auch sehr leistungsorientiert auf der Suche nach der bestmöglichen Lösung für sich und seine Gesundheit sein und sich dadurch zusätzlich selbst Stress verursachen.

          Liebe Grüße vom Autonom Health Team

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          • #7
            Liebes Autonom Health Team

            Danke für diese weiteren Einschätzungen und die Adressen. Diese Anfragen wären dann wohl kostenpflichtig, nicht wahr?

            Mit herzlichen Grüssen
            Thomas

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            • Autonom Health
              Autonom Health kommentierte
              Kommentar bearbeiten
              Hallo Thomas,

              ja das stimmt. der Vorteil wäre aber, dass sich unsere Partner deine Messungen mit einem Upgrade auf die komplette Analyse sehr genau ansehen können, wie sich die (deine) HRV-Parameter alle 5 Minuten verändern und verhalten. Den Blick, den wir und unsere Partner hier in der Community auf deine Messung werfen können, kann aufgrund der reduzierten Datenansicht daher nicht so tiefgehend sein.

              Liebe Grüße vom Autonom Health Team

          • #8
            Hi Thomas, Deine Symptome kommen mir sehr bekannt vor. Ich leide ebenfalls seit 10 Jahren an unerklärlicher Schwäche nach körperlicher Belastung. Vorher war ich top fit. Marathonläufer, sehr guter Tennisspieler. Heute wirft mich ein leichter 5 KM Dauerlauf für ein paar Tage ins Bett. Ich fühle mich dann, als wenn ich eine Grippe hätte und bin ständig müde. Nach einer Woche Ruhe ist dann alles wieder OK und das ganze Spiel beginnt von vorne, da ich mich nicht damit abfinden will. Ich habe so ziemlich jede Untersuchung machen lassen, die man sich vorstellen kann. Ein konkreter Auslöser wurde nie gefunden. Die üblichen Verdächtigen (Borreliose, COVID, EBV) sind bei mir alle negativ getestet. Nach vielem Ausprobieren helfen mir diese Dinge am besten:

            - Pacing (Einteilen der Ressourcen)
            - Vitamin C (hochdosiert, oral und per Infusion)
            - Chloridioxid Anwendung nach Andreas Kalkar
            - Wim Hof Atmung und kaltes Duschen
            - Ketogene Ernährung
            - Ribose Zucker
            - Schlafpausen (Power Naps)
            - Mindestens 8 Stunden Schlaf

            Vielleicht ist eine Anregung für Dich dabei !

            Zum Thema Cortisol. Meine Werte sind auch immer mal wieder zu niedrig. Ganzheitliche Mediziner fahren dann schnell mal das "Nebennierenschwäche Protokoll" ab. Irgendwann habe ich dann mal vier Speichelcortisolmessungen an vier aufeinanderfolgenden Tagen durch verschiedene Labore machen lassen. Ergebnis: Zwei mal alles normal, zwei mal zu niedrig. Teilweise wichen die Ergebnisse signifikant von einander ab. Gefühlt habe ich mich an allen 4 Tagen gleich müde. Ich würde also nicht zu viel darauf geben ;-)

            Alles Gute und beste Grüße Marc

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            • Gast-Avatar
              Gast kommentierte
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              Hallo Marc,

              vielen Dank für deinen interessanten Beitrag.
              Darf ich fragen, wie alt du bist?
              Und wie hat das damals vor 10 Jahren angefangen: plötzlich oder allmählich?
              Gab es ein besonderes Ereignis?
              Hast du auch HRV-Messungen gemacht?

              Vielen Dank und viele Grüße und alles Gute Stefan

          • #9
            Hallo Stefan, ich bin Anfang 50. Es hat schleichend bei mir angefangen. Zunächst mit Halsschmerzen nach längeren Läufen. Später kam dann ein Gefühl wie bei einer Erkältung (Gliederschmerzen) dazu. Nach etwa einem Jahr trat dies dann schon bei 5Km kurzen Läufen auf. Natürlich war ich damit zunächst bei mehreren HNO, die es sich aber alles nicht richtig erklären konnten. Bin dann aufs Fahrrad umgestiegen. Dies ging dann wieder erstmal rund 2 Jahre gut. Selbst 100Km Touren waren kein Problem. Später dann das selbe Spiel auf dem Fahrrad bis selbst 20Km Touren zu belastend waren. Halsschmerzen, Müdigkeit, Schlappheit über mehrere Tage. Danach dann wieder alles normal. Einen Auslöser konnte ich nicht finden. Ich erinnere mich aber, dass mich eine Impfung mit 18 mal ziemlich umgehauen hat. Ich war 14 Tage lang um 20 Uhr im Bett, da ich so schlapp war. Davon habe ich mich dann aber wieder erholt. HRV Messungen mache ich regelmäßig. Man kann nach Belastungen sehr gut sehen, wie das Lebensfeuer deutlich absinkt und über mehrere Stunden komplett unten bleibt. Wenn ich keinen Sport mache und ich mich vernünftig ernähre attestiert das System ein biologisches Alter von 38 Jahren.
            Viele Grüße Marc

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            • Gast-Avatar
              Gast kommentierte
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              Hallo Marc,

              danke für deine schnelle Antwort.
              Ohne auf spezielle medizinische Aspekte eingehen zu wollen (bzw. zu können :-) ), fällt mir hierzu folgendes ein:
              es gibt einen parasympathikonen (oder vagotonen) Übertrainingszustand, der durchaus mit guten HRV-Werten korrelieren kann, allein deswegen, weil die Ruheherzfrequenz niedrig liegt. Aber der Körper ist dennoch in einem Erschöpfungszustand, aus dem er nur schwer wieder herauskommt.
              Vielleicht ergibt sich für dich, und eventuell auch Thomas, eine Möglichkeit, hier nochmal nachzuforschen (z.B. bei Hottenrott).

              Das ist natürlich nur eine Idee, keine Diagnose :-) .

              Viele Grüße Stefan

            • Gast-Avatar
              Gast kommentierte
              Kommentar bearbeiten
              Korrektur: ".... parasympathikotonen ...."

          • #10
            Hallo Marc, hallo Stefan

            Danke für Eure interessanten Beiträge, und gute Besserung an Marc. Ich werde die Ideen sicher prüfen, um einen Weg aus dem unbefriedigenden Dauerzustand zu finden. Im Gegensatz zu Marc ist bei mir der Auslöser ja eigentlich klar, eine spät diagnostizierte Borreliose mit vielen chronischen Nebeneffekten. Übertraining war übrigens die lange geglaubte Fehldiagnose.

            Herzlicher Gruss
            Thomas

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